Alles frei; was wenn die Gegenleistung nicht passt?

Der Schluss von Chris Anderson trügt – Information ist nicht free im Sinne von gratis; die Gegenleistung wird sehr wohl erwartet: ritueller impact, rituelle Anerkennung oder andere nicht-monetäre Abgeltungen!
Fällt diese Gegenleistung weg, weil auf Portalen wie zB wikipedia solche Zuschreibungen zur Person nicht möglich sind, bricht die Geschenkökonomie früher oder später zusammen, es sei denn der Nachwuchs ist unbegrenzt – wie vielleicht tatsächlich – aber eben nur – bei wikipedia.
Der Ausfall der obligatorischen, rituellen Gegenleistung führt zu Krieg, privat oder öffentlich!
Die Waffen dieser Kriege im web 2.0 sind bekannt: flamewars, Trollereien, edit-wars auf wikipedia, mobbing in Foren – you name it!
Jeder von uns kennt zweifellos Foren, in denen bestimmte usergruppen nur noch daran interessiert sind, Krieg gegen andere „Stämme“ oder den Stamm der Moderatoren zu führen und der Inhalt nur noch eine untergeordenete Rolle spielt. Wenn nicht kann ich die eine oder andere Adresse nachreichen, wo sogar die Moderatoren Kriegspartei sind.
Also zurück zum Menschen, zurück zum Verstehen und Wertschätzen und zurück zu den steinzeitlichen Stammeskulturen; die sind uns offensichtlich auch trotz web 2.0 deutlich näher und deutlich nachhaltiger in unseren Gehirnen verankert als uns lieb wäre.
Zum Abschluß noch ein Zitat von Jaron Lanier: „But once you have the basics of a given technological leap in place, it’s always important to step back and focus on people for a while.“ (Lanier, Jaron: You are not a Gadget, A Manifesto, ISBN 978-0-307-26964-5, Alfred A. Knopf, USA 2010, S. 72)
Konzentrieren wir uns also auf die Menschen und Befindlichkeiten hinter den anonymen Bienchen im achso praktischen hivemind!
PS: FREE von Chris Anderson ist trotzdem hochinteressant, weil es voll von Beispielen und Historien dazu ist, was free eben nicht bedeutet – nämlich gratis und ohne erwartete Gegenleistung!

Eine Antwort to “Alles frei; was wenn die Gegenleistung nicht passt?”

  1. web 2.0 unschön … « publishing im web 2.0 Says:

    […] Geschenkökonomien, in denen adäquate Gegenleistungen ausbleiben erzeugen frustrierte Schenker, im schlimmsten Fall Rachegelüste. Das unterstellte Ziel des Klägers ist wohl auch nicht sein […]


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