meine Masterthese im web

Masterthese Aktuelle Chancen und Herausforderungen für Informationsdienstleister angesichts der partizipativen Medienentwicklung“ online auf meiner homepage michaelmoser.at.tf unter „Kontakt“
oder direkt unter: http://members.aon.at/mmoser45/Michael/mimoserl/Kontakt_files/Masterthese%20Michael%20Moser.pdf;

die Präsentation steht dort auch zur Verfügung:
http://members.aon.at/mmoser45/Michael/mimoserl/Kontakt_files/MasterThesePräsentation.pdf

Auch Geschenke erwarten Gegenleistung …

… auch im web 2.0 gibt es nix gratis, auch wenn die Abgeltung nicht Zug um Zug erfolgt!

Wie in einigen posts in diesem blog schon beschrieben (hier, hier und hier) sind auch Geschenke in sozialen Netzwerken nicht erst seit dem web 2.0 nicht gratis. Auch wenn wir keinen Preis für Nachbarschaftshilfe nennen, erwarten wir doch auch schon vor dem web 2.0 Dank für die Hilfe beim Computerkauf, die juristische Auskunft, das Abholen der Kinden von der Schule und ähnliches mehr.

Letztlich treten wir im Bedarfsfall in Vorleistung. So habe ich zum Beispiel mal eine Diplomarbeit druckfertig gemacht und dafür ein Paar selbstgestrickte Socken bekommen. Ich kann keine Socken stricken und meine Bekannte konnte ihre Unterlagen nicht druckreif machen. Der Nutzen für den Einzelnen war größer als sein Aufwand. Unsere Geschenke brachten uns subjektiv mehr Freude als wir an Aufwand hineingesteckt hatten.

Die Rechnung im Mitmachweb sieht sehr ähnlich aus, nur dass wir nicht mehr direkt von Person zu Person Geschenke machen, sondern eher im Kreis handeln ohne direkte Gegenleistung. Jeder bringt ein was ihm leicht fällt und bekommt dafür das was Anderen flüssig von der Hand geht. Beispiel dafür sind open source Software, Foren zu allen möglichen Themen, facebook und viele andere Interaktionsmodelle.

Aber auch hier funktioniert die Geschenkökonomie nur so lange wie jeder einzelne mehr aus dem System herausbekommt als er hineinschenkt. Die Abgeltung kann für den Einzelnen direkt unzugängliche Information sein, aber auch Reputation, Expertenrang, Anerkennung unter peers oder einfach Lebenshilfe allgemein.

Der asymmetrische Tausch der Geschenke und die Tatsache, dass elektronische Geschenke mehreren Beschenkten zugute kommen können haben die Kapitalisierung virtueller Geschenkökonomien drastisch erhöht. Das führt dazu, dass mehr Trittbrettfahrer (Schnorrer oder leecher) im Gegensatz zum realen Leben nicht gleich zum Zusammenbruch virtueller Geschenkökonomien führen. Dennoch bleibt die Gefahr bestehen, dass auch virtuelle Schenker irgendwann durch den Mangel an für sie interessanter Gegenleistung aufhören zu den Inhalten beizutragen und aus der Geschenkökonomie frustriert aussteigen.

Deswegen ist es wichtig vor dem Einsatz von Geschenkökonomien als Kundenbindungsinstrument oder PR-Werkzeug über Abgeltungsmodelle für die Beteiligten nachzudenken. Kunden, die von den von uns verantworteten community sites und den dortigen Geschenkökonomien  enttäuscht sind, werden diese Enttäuschung auf unsere Produkte und damit unser Unternehmen übertragen …

zu erledigende Hausaufgaben vor web 2.0 Aktivitäten

Bevor sie sich als Unternehmen an soziale Netzwerke im web 2.0 heranwagen, sollten sie ein paar Rahmenbedingungen klären:

Entspricht die Aussendarstellung der Organisation der Innensicht der MitarbeiterInnen?
Nichts ist unangenehmer als MitarbeiterInnen, die in ihren facebook Statusmeldungen das Bild von Überlastung oder unangenehmen Rahmenbedingungen in ihrem Job erkennen lassen, wenn ihre Organisation nach aussen ein lockeres, kooperatives, „gutmenschliches“ Image pflegt.

Ist die Organisation, bzw. sind die Mitarbeiter in der Lage, Bewegung in den zu betreuenden online Personas zu halten?
Brachliegende soziale Profile zeugen nur von Vernachlässigung und Unverständnis des Mediums. Genauso wie News-Portale müssen sich die Inhalte von online Personas weiterentwickeln und Bewegung signalisieren. Updates sollen zu Bürozeiten erfolgen, nicht regelmäßig um zwei Uhr früh, wenn deutlich sichtbar wird, dass zu dieser Uhrzeit letztlich nur Programme Inhalte freigegeben haben können …

Gibt es Festlegungen zur Integration der online-Personas in die allgemeine Corporate Identity der Organisation?
MitarbeiterInnen, die soziale Accounts managen, werden ohne klares Bild auf die Festlegungen der CI in Bezug auf die darzustellende Persona mittelfristig in der Kommunikation zur Persona aus dem Tritt geraten …

Kennen sie den Begriff „Transmedia Storytelling“?
Einfach mal googeln …

ganz allgemein:
Digitale Medien zerren Diskrepanzen zwischen Botschaft und Befinden – brutaler formuliert Sein und Schein – deutlich beschleunigter an die Oberfläche der Diskussion als herkömmliche Werbung und PR. Wer das nicht bedenkt, für den könnte der notwendige Einstieg in das web 2.0 und der Start von Aktivitäten auf Sozialen Online Portalen ganz schnell zum Horrortrip werden. Der Nichteinstieg in das web 2.0 wird das Bekanntwerden solcher Diskrepanzen aber auch nicht verhindern können.

Glaubwürdigkeit, Transparenz und Integrität der gesendeten Botschaften werden in digitalen Medien vom „nice to have“ zur ethischen Notwendigkeit. Wer nicht lebt, was er verkündet wird schnell als falscher Prophet entlarvt …

Soll ich privat nach facebook gehen?

Prinzipiell nein; aber wie wollen sie ein Gefühl dafür bekommen wie ihr Unternehmen sich dort präsentieren soll, wenn sie selbst die Plattform nicht kennen und kein „Gefühl“ für dieses Medium entwickeln?

Also: rein mit ihnen! Erfahrungen machen, Fehler erkennen, schlauer werden …

Soll ich mit meinem Unternehmen nach facebook gehen?

Was für eine Frage! Ich bin versucht zu schreien – JA, UNBEDINGT – AM BESTEN GESTERN!!!

Und warum? Weil facebook ein Marktplatz ist. Einer der größten der Welt! Auf einem Marktplatz nicht präsent zu sein sendet mehrere eindeutige Botschaften an alle potentiellen Kunden auf diesem Marktplatz, zB:

  • Wir verstehen nicht was hier abläuft,
  • es interessiert uns nicht, welche Chancen wir hier hätten,
  • die Zielgruppe ist uns egal,
  • die Zielgruppe ist großteils älter als 50,
  • wir wollen keine Geschäfte mit dieser Zielgruppe machen,
  • weil wir nicht wissen, welche Angebote wir dieser Zielgruppe machen könnten,

Na gut denkt sich die Zielgruppe, wer nicht will, der hat schon und wendet sich von uns ab!

Ganz schlimm für Unternehmen, die nicht in facebook sind ist die Tatsache, dass facebook für alle Arbeitgeber aus Profilen „Stubseiten“ aus wikipedia Inhalten generiert, die richtig sein können oder auch nicht. Wer mit seinem Unternehmen nicht in facebook ist muss mit diesen Repräsentationen seiner Interessen leben …

facebook und 1:1 Marketing

facebook hat erreicht, wovon gmx seit Beginn träumt: ganz entspannt detaillierteste Kundenprofile zu seinen Nutzern zu generieren. gmx muss dazu „Bettelbriefe“ verschicken, die nach den Interessen der Nutzer fragen. Die meisten Nutzer ignorieren vermutlich die mühselige Eingabe ewig langer Interessenslisten im web.

facebook geht das Thema deutlich entspannter an: Bist du single, verheiratet, in einer Beziehung? Wohnort, Heimatstadt? Fan wovon? Spielst welche online-Spiele? Jeder like-button auf Firmenseiten verknüpft zusätzlich das Surfverhalten der Anwender mit ihren facebook Profilen. Das schönste daran – es passiert freiwillig und ohne Aufwand für die Marketer.

Und wenn du paranoid bist und das alles nicht angeben willst, interpoliert facebook deine Interessen aus der Interaktion mit deinen Freunden und deren Vorlieben …

Das Resultat: der „feuchte Traum“ jedes Marketing Managers – eine extrem gut segmentierte Datenbank mit unendlich vielen Informationen zu Einkommen, Vorlieben, Hobbies, Konzertbesuchen und vielem mehr. Das Beste daran – was im realen Leben unendlich viel Mühe, Anrufe, Dublettenbereinigungen, Karteileichenexhumierungen und ähnliches kostet machen die Anwender auf facebook selbst und umsonst!

Beispiel: http://www.facebook.com/advertising/?campaign_id=197860797614&placement=broad&creative=5707676792&keyword=advertising+facebook&extra_1=1e6fd95a-a705-7368-aa2c-00000192dd82

Es ist also nicht verwunderlich, dass fast-mover wie Clara Shih (the Facebook Era, Tapping Online Social Networks to Build Better Products, Reach New Audiences, and Sell More Stuff, ISBN 978-0-13-715222-3, Prentice Hall, USA 2009) schon davon träumen, dass Marketing Abteilungen ihre CRM-Systeme nach facebook auslagern sollen …

Der Unterschied zu google:

Wenn google zugäbe, dass sie genausoviel wissen könnten wie facebook ganz entspannt weiß, würden die Datenschützer Amok laufen. Daher darf google offiziell nicht soviel wissen wie facebook. Technisch könnte google jederzeit Daten über schlaue cookie-Verwendung verknüpfen, darf aber aus Datenschutzgründen nicht …

Mehr Information zu PR und Werbung auf facebook gibt es im Buch von Clara Shih und im Webinar von facebook selbst.

Was ist facebook wirklich?

Worauf hatten sie getippt? Die gute Nachricht zuerst – es gibt keine falschen Antworten! facebook ist das alles und noch viel mehr!

Schon wieder so ein unnötiger web 2.0 hype, auf dem die Jungen und Berufsjugendlichen ihre Zeit verplempern? Ist absolut richtig, manchmal glaub ich meine Facebook-Freunde sind den ganzen Tag dort drin – arbeiten die auch noch nebenher?
Schon wieder eine neue überflüssige Online Spiele Plattform?
Viele meiner Bekannten sind dort scheinbar nur zum Spielen und Angeben!
Das derzeit (September 2010) grösste und am schnellsten wachsende elektronische Soziale Netzwerk der Welt?
400 Millionen user 2009, 500 Millionen user 2010; die kritische Kettenreaktion ist im Gange – noch Fragen?
Eine kostenlose Möglichkeiten PR im web zu betreiben?
Eindeutig – die Profis sind schon da: Der Standard, Red Bull, Adidas, Nike, Audi, BMW und viele mehr …
Die weltweit grösste und bestsegmentierte Kundendatenbank für 1:1 Marketing?
Das auch und eigentlich in erster Linie; warum und wie lesen sie morgen.

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