Zwischenbilanz Autorenvereinigung vs. Google Books

Das Interessante daran – die „Raubkopie“ ist legal, wenn sie fair-use Kriterien folgt und kein kommerzielles Interesse hat – auch wenn sie auf kommerziell geführten Portalen zur Verfügung gestellt wird. Wenn diese Rechtsmeinung sich auch in Europa durchsetzt, können wir die Ratgeber zur Privatkopie neu schreiben …

Succus: We ohne kommerzielles Interesse fremdes Urheberrecht verletzt, begeht keine Rechtsverletzung, insbesondere dann, wenn der Datenträger (das Buch) selbst schlecht aufzutreiben ist. Der Rechteinhaber die Rechteausübung also quasi eingestellt hat (siehe „abandonware„).
kewl! Das würde auch viele Fragen rund um die Digitalisierung von Schellacks lösen …

Details auf heise.de:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Hintergrund-Warum-Google-Books-in-den-USA-legal-ist-2046820.html

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Erfolgreiche online Strategien klassischer Verlage

Lesen, staunen, nachdenken:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Grossverlag-wandelt-sich-zum-Bildungsdienstleister-1758798.html

Zwei Aussagen in diesem Artikel betreffen mich direkt:

– als ehemaliger Verlagsmitarbeiter der Erfolg von Pearson. Diversifizierung zu rechten Zeit als case study

– als gegenwärtiger Mitarbeiter einer Universität und ehemaliger IT-Leiter die Aussage, dass Unis ihre Lernportale nicht selbst hosten wollen.

Das wird in der Zukunft ein spannendes Thema werden, wenn die geschützten IT-Werkstätten der halbstaatlichen Unis sich dem freien Markt und aggressiven Cloud-hostern nicht nur im Bereich storage und collaboration, sondern auch auf der bisher beschaulichen Wiese der Lehr- und Lernportale stellen müssen.

Eigentlich kann es aus eigener Erfahrung nur billiger und effizienter werden …
:-)

Spiele sind existentiell für den Erfolg sozialer Netzwerke

Und facebook weiß das offensichtlich, denn sonst würden sie sich nicht von der Symbiose mit Zynga befreien (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Pakt-mit-Zynga-gelockert-Facebook-darf-selbst-Spiele-entwickeln-1759678.html)

Spiele sind der Treibstoff dafür, dass die (Durchschnitts-)Nutzer sozialer Netzwerke immer neue Inhalte in den Netzwerken vorfinden. Damit bleiben die Nutzer motiviert in den Netzwerken aktiv. Das unterscheidet langfristig erfolgreiche soziale Netzwerke von speziellen (Themen-)Foren, denen ihre MItglieder relativ schnell entwachsen, sobald sie ihren primären Wissensdurst gestillt haben.

freemium Anbieter Zynga in der Krise

Zynga war und ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Entwicklung der Kundenbasis von facebook. Spielehersteller wie Zynga stellen die große Menge an „öffentlichen Gütern“, die soziale Netzwerke für freeloader interessant machen als „freemium“ Lizenz zur Verfügung. Der Gratis content wiederum motiviert die freeloader in den sozialen Netzwerken zu bleiben, sich weiter zu engagieren und damit die kritische Masse an Nutzern kritisch zu halten.

Wenn sich die Geschäftsmodelle der freemium Anbieter nicht in Börsenkapitalisierung umsetzen lassen, steht nicht nur deren wirtschaftliches Überleben, sondern vor allem die interne Kapitalisierung von facebook durch Nutzerzahlen in Frage. Wenn diese Nutzerzahlen verloren gehen oder die Nutzer passiv werden, wird die Frage nach möglichen Umsätzen aus dem Anzeigengeschäft akademisch …

Link: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zynga-kommt-auf-keinen-gruenen-Zweig-1652694.html

kollaborativ zum e-book

Nettes Werkzeug zum gemeinsamen Erstellen von e-books. mehr darüber und andere freie Werkzeuge für Autoren unter http://www.sourcefabric.org/.

Artikel bei heise, imagefilm auf youtube:

Endlich juristische Ideen zu Filehostern

Vorgegangen wird von der STA Dresden nicht gegen den „einfachen“ Raubkopierer oder Raubseher, sehr wohl aber gegen den zahlenden. Da freuen sich die Ureinwohner der digitalen Domain, die immer schon irritiert waren, dass es Menschen gibt, die mit der unerlaubten Vervielfältigung fremden geistigen Eigentums eigenes Geld verdienen.

Kopieren ja, sich daran bereichern NEIN!

Die Begründung zaubert einem Fastjuristen wie mir ein süffisantes Lächeln auf die Lippen: Es „werde geprüft, ob man die zahlenden Nutzer belangen könnte, weil sie mit ihren PayPal-Überweisungen gewerbliche Urheberrechtsverletzungen der Kino.to-Betreiber finanziell unterstützt haben.“
:-)))
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zahlende-Kino-to-Nutzer-im-Visier-der-Staatsanwaltschaft-1433503.html

derstandard.at: Unterzeichnung des Anti-Piraterie-Abkommens ACTA beschlossen

http://derstandard.at/1326503606535/Regierung-Unterzeichnung-des-Anti-Piraterie-Abkommens-ACTA-beschlossen

vermuteter Originaltext da: http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2011/may/tradoc_147937.pdf

Wirklich interessante Passage Section5, Article 27:
„Each Party shall ensure that enforcement procedures, to the extent set forth in Sections 2 (Civil Enforcement) and 4 (Criminal Enforcement), are available under its law so as to permit effective action against an act of infringement of intellectual property rights which takes place in the digital environment, including expeditious remedies to prevent infringement and remedies which constitute a deterrent to further infringements.“ und folgende

Sieht wirklich so aus, als stünde die breit angelegte Kriminalisierung der ProSumer vor den Toren. Kann „spassig“ werden. Hier sind definitiv nicht ausschließlich die im Visier, die mit fremder intellectual property unredlich eigenes Geld verdienen!

Ich freue mich schon auf die ersten Revanche-Musterprozesse Hobbyfotografen gegen Webseitenbetreiber. Inklusive einstweiliger Verfügung und Beschlagnahme von Server- und Datenbank-Infrastruktur:
„Each Party shall provide that its judicial authorities have the authority to adopt provisional measures inaudita altera parte where appropriate, in particular where any delay is likely to cause irreparable harm to the right holder, or where there is a demonstrable risk of evidence being destroyed.“ (Article 12, Ziffer 2)

Öffentliche Serverinfrastruktur zu betreiben wird demnächst unversicherbar werden, mal sehen was da an nationalstaatlicher Gesetzgebung nachkommt …

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