Spiele sind existentiell für den Erfolg sozialer Netzwerke

Und facebook weiß das offensichtlich, denn sonst würden sie sich nicht von der Symbiose mit Zynga befreien (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Pakt-mit-Zynga-gelockert-Facebook-darf-selbst-Spiele-entwickeln-1759678.html)

Spiele sind der Treibstoff dafür, dass die (Durchschnitts-)Nutzer sozialer Netzwerke immer neue Inhalte in den Netzwerken vorfinden. Damit bleiben die Nutzer motiviert in den Netzwerken aktiv. Das unterscheidet langfristig erfolgreiche soziale Netzwerke von speziellen (Themen-)Foren, denen ihre MItglieder relativ schnell entwachsen, sobald sie ihren primären Wissensdurst gestillt haben.

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freemium Anbieter Zynga in der Krise

Zynga war und ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Entwicklung der Kundenbasis von facebook. Spielehersteller wie Zynga stellen die große Menge an „öffentlichen Gütern“, die soziale Netzwerke für freeloader interessant machen als „freemium“ Lizenz zur Verfügung. Der Gratis content wiederum motiviert die freeloader in den sozialen Netzwerken zu bleiben, sich weiter zu engagieren und damit die kritische Masse an Nutzern kritisch zu halten.

Wenn sich die Geschäftsmodelle der freemium Anbieter nicht in Börsenkapitalisierung umsetzen lassen, steht nicht nur deren wirtschaftliches Überleben, sondern vor allem die interne Kapitalisierung von facebook durch Nutzerzahlen in Frage. Wenn diese Nutzerzahlen verloren gehen oder die Nutzer passiv werden, wird die Frage nach möglichen Umsätzen aus dem Anzeigengeschäft akademisch …

Link: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zynga-kommt-auf-keinen-gruenen-Zweig-1652694.html

web 2.0 unschön …

… oder Inhaltsproduzenten gegen Konzentratoren – Runde 1:

Jaron Lanier spricht in seinem Buch „You are not a Gadget“ von der kalten Enteignung der digitalen Intelligentsia durch Inhaltskonzentratoren und Suchmaschinen. Jetzt ist der erste Rechtsstreit zum Thema anhängig.

Beklagte ist interessanterweise die Huffington Post – eines der Wunderkinder des Web 2.0 – gut beleumundet, politically correct, anerkannt in der community. Der Gründer hat es gewagt, sein Baby, das moralisch genauso seinen Bloggern wie ihm zu gehören schien gegen harte Währung und einen Sitz im Management an AOL zu verscherbeln.

Damit ist der Spaß für alle vorbei und die Blogger verlangen ihren Anteil am Kuchen. Moralisch sicher gerechtfertigt, durch die AGB bestimmt ausgeschlossen, vor Gericht interessant.

Fazit: Geschenkökonomien, in denen adäquate Gegenleistungen ausbleiben erzeugen frustrierte Schenker, im schlimmsten Fall Rachegelüste. Das unterstellte Ziel des Klägers ist wohl auch nicht sein Anteil am Kapitalwert der Huffington Post, sondern die Zerstörung ihres Rufs und damit die Vernichtung ihres Marktwerts. Wer Geschenkökonomien noch nicht wirklich verstanden hat, der sollte wohl dringend mal hier, hier und bei Marcel Mauss’ „die Gabe“ beginnen nachzulesen! Eine erweiterte Literaturliste findet sich hier in meinem Blog.

die Privatisierung der Erträge aus web 2.0 schreitet voran

Nein, ich bin nicht dagegen, dass facebook seine Infrastruktur und seine Betriebskosten refinanziert. Allenfalls die Nutzung von gratis erbrachten Leistungen von Nutzern stößt mir auf: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-macht-Mitglieder-zu-Werbetraegern-1176991.html

Werbung ist in Ordnung, aber die Einbindung einzelner Individuen des Hivemind als Werbebotschafter finde ich als digitaler Immigrant ein wenig schräg, oder besser politically incorrect. Aber vielleicht sehen des die digitalen Eingeborenen entspannter …

schlecht gewartete Hyperdistribution verärgert Zielgruppen

Wer aus einem zentralen Content Management System über content syndication mehrere Kanäle bedient – so wie ich hier im Mikroformat facebook und twitter aus diesem blog – darf nicht vergessen jeden einzelnen Ausgabekanal einzeln zu warten. Ganz im Gegenteil zu meiner Erwartung, dass die Kanäle nur dazu dienen die Leser zur Quelle der Information zu führen, entwickeln die Informationen in den Ausgabekanälen ein Eigenleben.

Die Leser kommentieren dann nicht die Ursprungsbeiträge, sondern die nur als Teaser gedachten tweets oder facebook-Meldungen. Was passiert, wenn dies Kommentare ihrerseits nicht gewartet werden oder Beiträge von Lesern nicht adäquat wertgeschätzt werden ist hier nachzulesen: http://www.avatter.de/wordpress/2010/11/news-geblase-twitter-diesen-medien-sind-ihre-follower-vollig-egal/

neues Wort: Aufmerksamkeits-Ökonomie (attention-economy)

Aufmerksamkeit ist eine der neuen Währungen in der Geschenkökonomie des Internet. Folgst Du mir, folge ich hoffentlich bald auch Dir. Ein direktes Messinstrument für Ansehen in sozialen Netzwerken – nicht nur digitalen. Diese Währung bezahlt natürlich nicht direkt den monetären Aufwand der Inhaltserstellung, macht es aber natürlich leichter den Output zu monetarisieren.

Ohne Ansehen gibt es keine Rezipienten; ohne Rezipienten nicht die geringste Chance auf Umsatz. Die Umsatzchancen von morgen stecken in der Nachhaltigkeit und dem Reputationsmanagement von heute!

Spannender Gedanke. Fallen uns noch andere Währungen ein?

meinen Vortrag am Barcamp Vienna

findet ihr hier. Das gesamte Barcamp da.

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