Zwischenbilanz Autorenvereinigung vs. Google Books

Das Interessante daran – die „Raubkopie“ ist legal, wenn sie fair-use Kriterien folgt und kein kommerzielles Interesse hat – auch wenn sie auf kommerziell geführten Portalen zur Verfügung gestellt wird. Wenn diese Rechtsmeinung sich auch in Europa durchsetzt, können wir die Ratgeber zur Privatkopie neu schreiben …

Succus: We ohne kommerzielles Interesse fremdes Urheberrecht verletzt, begeht keine Rechtsverletzung, insbesondere dann, wenn der Datenträger (das Buch) selbst schlecht aufzutreiben ist. Der Rechteinhaber die Rechteausübung also quasi eingestellt hat (siehe „abandonware„).
kewl! Das würde auch viele Fragen rund um die Digitalisierung von Schellacks lösen …

Details auf heise.de:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Hintergrund-Warum-Google-Books-in-den-USA-legal-ist-2046820.html

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freemium Anbieter Zynga in der Krise

Zynga war und ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Entwicklung der Kundenbasis von facebook. Spielehersteller wie Zynga stellen die große Menge an „öffentlichen Gütern“, die soziale Netzwerke für freeloader interessant machen als „freemium“ Lizenz zur Verfügung. Der Gratis content wiederum motiviert die freeloader in den sozialen Netzwerken zu bleiben, sich weiter zu engagieren und damit die kritische Masse an Nutzern kritisch zu halten.

Wenn sich die Geschäftsmodelle der freemium Anbieter nicht in Börsenkapitalisierung umsetzen lassen, steht nicht nur deren wirtschaftliches Überleben, sondern vor allem die interne Kapitalisierung von facebook durch Nutzerzahlen in Frage. Wenn diese Nutzerzahlen verloren gehen oder die Nutzer passiv werden, wird die Frage nach möglichen Umsätzen aus dem Anzeigengeschäft akademisch …

Link: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zynga-kommt-auf-keinen-gruenen-Zweig-1652694.html

Endlich juristische Ideen zu Filehostern

Vorgegangen wird von der STA Dresden nicht gegen den „einfachen“ Raubkopierer oder Raubseher, sehr wohl aber gegen den zahlenden. Da freuen sich die Ureinwohner der digitalen Domain, die immer schon irritiert waren, dass es Menschen gibt, die mit der unerlaubten Vervielfältigung fremden geistigen Eigentums eigenes Geld verdienen.

Kopieren ja, sich daran bereichern NEIN!

Die Begründung zaubert einem Fastjuristen wie mir ein süffisantes Lächeln auf die Lippen: Es „werde geprüft, ob man die zahlenden Nutzer belangen könnte, weil sie mit ihren PayPal-Überweisungen gewerbliche Urheberrechtsverletzungen der Kino.to-Betreiber finanziell unterstützt haben.“
:-)))
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zahlende-Kino-to-Nutzer-im-Visier-der-Staatsanwaltschaft-1433503.html

„too big to fail“ gilt nicht für Buchhändler

Der „long tail“ frisst den „retailer“. Amerikanische Buchhandelsketten an der oder kurz vor der Insolvenz. Mehr darüber auf Heise online:

US-Buchhändler Borders gibt endgültig auf: 10.700 Jobs weg

Um die Ketten mit ihrer lieblosen und sortimentslosen Verkaufspolitik ist mir nicht leid, die verlorenen Arbeitsplätze sind eine Tragödie. Hoffentlich entsteht nach dem Wegfall der großen Ketten wieder Platz und Umsatzpotential für Spezialitätenläden, die liebevoll themenspezifische Angebote und Beratung anbieten. Quasi „slow-brainfood-bio-läden“ für Menschen, die so wie ich solide Haptik lieben und zumindest gelegentlich Seitenzahlen für Zitate brauchen.
In der Zwischenzeit werden Bücher und Buchhandel zur Kunstform. Zur Zukunft von Handwerk ohne Nutzwert und seine Transmigration zu Kunst lesen sie Al und Laura Ries „The fall of Advertising & the Rise of PR“, pp. 15, „Advertising and Art“,  ISBN 978-0-06-008199-7, solange es noch Bücher auf Papier gibt …

web 2.0 unschön …

… oder Inhaltsproduzenten gegen Konzentratoren – Runde 1:

Jaron Lanier spricht in seinem Buch „You are not a Gadget“ von der kalten Enteignung der digitalen Intelligentsia durch Inhaltskonzentratoren und Suchmaschinen. Jetzt ist der erste Rechtsstreit zum Thema anhängig.

Beklagte ist interessanterweise die Huffington Post – eines der Wunderkinder des Web 2.0 – gut beleumundet, politically correct, anerkannt in der community. Der Gründer hat es gewagt, sein Baby, das moralisch genauso seinen Bloggern wie ihm zu gehören schien gegen harte Währung und einen Sitz im Management an AOL zu verscherbeln.

Damit ist der Spaß für alle vorbei und die Blogger verlangen ihren Anteil am Kuchen. Moralisch sicher gerechtfertigt, durch die AGB bestimmt ausgeschlossen, vor Gericht interessant.

Fazit: Geschenkökonomien, in denen adäquate Gegenleistungen ausbleiben erzeugen frustrierte Schenker, im schlimmsten Fall Rachegelüste. Das unterstellte Ziel des Klägers ist wohl auch nicht sein Anteil am Kapitalwert der Huffington Post, sondern die Zerstörung ihres Rufs und damit die Vernichtung ihres Marktwerts. Wer Geschenkökonomien noch nicht wirklich verstanden hat, der sollte wohl dringend mal hier, hier und bei Marcel Mauss’ „die Gabe“ beginnen nachzulesen! Eine erweiterte Literaturliste findet sich hier in meinem Blog.

Brockhaus auf Papier ja – nein – weiß nicht …

Wer auch immer in Zukunft Marken wie den Brockhaus beeigentümern wird, sollte sich klar darüber werden, dass die permanent die Richtung wechselnde An- und Abkündigungspolitik der Marke nicht hilft:

Interview mit Christoph Hünermann

Natürlich bleibt für die Zukunft die Frage spannend, ob Enzyklopädien neben der allgegenwärtigen wikipedia online, offline oder gar auf Papier Chancen finden werden einen bezahlten Redaktionsprozess zu refinanzieren. In diesem Zusammenhang ist die Ankündigung wieder gedruckte Enzyklopädien veröffentlichen zu wollen spannend.

Ob es funktioniert werden wir alle erste Reihe fußfrei erleben – demnächst in Ihrem Internet-Browser …

die Privatisierung der Erträge aus web 2.0 schreitet voran

Nein, ich bin nicht dagegen, dass facebook seine Infrastruktur und seine Betriebskosten refinanziert. Allenfalls die Nutzung von gratis erbrachten Leistungen von Nutzern stößt mir auf: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-macht-Mitglieder-zu-Werbetraegern-1176991.html

Werbung ist in Ordnung, aber die Einbindung einzelner Individuen des Hivemind als Werbebotschafter finde ich als digitaler Immigrant ein wenig schräg, oder besser politically incorrect. Aber vielleicht sehen des die digitalen Eingeborenen entspannter …

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